Winter
im Chaco
----- Trockenheit
Der
Winter im Chaco dauert normalerweise von Mitte/Ende Mai bis zu den
ersten
Frühlingsregen, die wir ab Ende September erwarten können.
Wir
hatten aber auch schon Jahre, wo die ersten Regen erst im Dezember
kamen,
so wie im Jahr 1981 und 2002.
Der
Winter zeichnet sich nicht durch extreme Kälteeinfälle aus,
--obwohl
es auch kurzfristigen Bodenfrost geben kann, sondern durch die
Trockenheit.
Für Mensch und Tier ist es eine schwere Zeit, wenn die Sonne unbarmherzig auf das Land scheint, dazu noch der Südwind die letzten Tropfen Wasser aus dem Boden zieht, die Weiden sich langsam aber sicher in Heu verwandeln und die Tachamare (künstliche Wasserstellen) austrocknen.
Es ist
die Zeit, wo der Chacobewohner auf jedes Anzeichen in der Natur
für
Regen achtet -blühende Königin der Nacht, quakende
Frösche,
dunkle Wolken - und hofft, das das Wasser für sein Vieh noch
reichen
wird und der Heuvorrat nicht zu schnell zu Ende geht.
Es
ist auch die Zeit, wo die Lastwagen aus Ostparaguay hochbeladen mit
Zuckerrohr
in den Chaco rollen, damit die Tiere auf den Weiden nicht
verhungern
müssen. Andere Landwirte müssen gar Wasser zu den
Tränken
auf den Weiden bringen. Die Milchproduktion der Milchkühe sinkt
und
bei extremer Trockenheit ist schon so manche Kuh unfruchtbar geworden,
daß heißt, sie bekommt im nächsten Jahr kein Kalb.
Es
ist auch die Zeit, wo der Nordsturm durch den Chaco braust. Er
entwickelt
auf den flachen Ebenen bis zu 40 und 50 kmh. Der Sand wird in riesigen
Schwaden durch die Ortschaften geblasen und an speziellen Ecken sammelt
er sich zu richtigen Sanddünen.
....und das Wasser wird im Chaco knapper und die Menschen immer mehr, der Zuzug der Paraguayer und Indianer ist enorm. Es muß in der nächsten Zeit unbedingt eine Lösung gefunden werden, um Wasserleitungen vom Paraguayfluss zu legen oder andere Wasserreserven anzuzapfen. Da es in den letzten Jahren nicht mehr genug geregnet hat, wird auch das wenige Süsswasser im Chaco immer schlechter und der Wasserspiegel des Grundwassers sinkt.
Und so sieht es dann bei uns aus.
.......
..........
Die
Weiden verwandeln sich in Heu. So lange es keine kleinen
Regen gibt, die das trockene Gras verrotten
lassen,
ist das Heu nahrhaft.
.......
............
Die Tachmares trocknen aus und der Lehm platzt am Boden
.......
..........
........
In den
Gärten der Colonie bleiben
nur noch die
Obstbäume und einige
immergrüne
Büsche grün. Glücklich ist der Gärtner, der noch
etwas
Wasser hat, um
die schönsten Pflanzen
wenigstens
am Leben zu erhalten.
.......
..........
Gegen
Abend, wenn die Menschen nach Hause fahren, ist
auf den Strassen durch die Staubentwicklung fast
nichts mehr zu sehen. Es ist eine gefährliche Zeit, in der
auch viele Unfälle geschehen.
.......
...........
Der
paraguayische Farmer brennt auch heute noch in jedem
Winter seine Weiden ab. So weit das Auge reicht
, sieht man am Transchaco verbrannte Erde. Wenn die ersten
Regenfälle
kommen, schlägt dort das Gras sofort wieder aus und verwandelt das
schwarz in ein zartes grün. Leider sterben duch das Abbrennen des
Grases auch unzählige nützliche Insekten und Vögel.
Das
Wunder der Natur im
Chaco ereignet sich in jedem Jahr, wenn es wieder regnet.
Über
Nacht schlagen die Bäume aus, -- jeder kleine Ast hat mindestens 4
neue, zartgrüne Blätter --, Blüten werden gebildet und
die
befeuchtete Erde duftet nach neuem Leben.
Die
Natur explodiert vor unseren
Augen und weiß, das sie sich mit dem Wachstum beeilen muß,
da das nächste Nass von oben wieder auf sich warten lassen kann.
___________________________________________________
Neue Fotos vom 25.08.2007
Der Winter 2007 ist bis
jetzt besonders lang und kalt gewesen. Bereits im Mai hatten wir
den ersten Bodenfrost und dadurch sind die Weiden alle erfroren, das
Gras ist zu Heu geworden. In Loma Plata hat es seit Mitte April - bis
auf ein paar Millimeter Ende April - nicht mehr geregnet.
Hier ein Blick auf eine
Weidefläuche in der Colonie Menno. 

....
...
...
Kommentare schreiben sie bitte in das Gästebuch
ein und Änderungswünsche schicken sie direkt an
meine Email-Adresse
.