Das Brandzeichen  -  Marcacion


   "Mütter warten auf ihre Kälber"
 
 

Wer sich mit Tierherden, - egal ob mit Rindern, Pferden, Schafen etc.  abgibt, muß seine Tiere mit einem Brandzeichen versehen.  Ohne dieses Zeichen, kann man die Tiere nicht von z.B. Rindern anderer Eigentümer unterscheiden. Brandzeichen haben oft eine Verbindung zum Namen des Viehbesitzers oder zu dessen Ranch, andere wieder denken sich einen artfremden Druck aus.  Wir haben unsere kleine Viehranch "Rancho los 5" genannt und unser Brandzeichen zeigt das "H" für Hauf und oben eine kleine "5" dazu.

Alle Brandzeichen sind in einem extra Verzeichnis im Landwirtschaftsministerium (Ministerio agricultura y comercio) eingetragen. Will man sich dort registrieren lassen, muß man mehrere Wünsche seines Brandzeichens auf Papier einreichen. Dort wird dann das Passende ausgesucht, eingertragen und eine Urkunde für den Besitzer ausgestellt.  Selbstverständlich ist jedes Brandzeichen einmalig im Land.

Wird später Vieh verkauft, müssen die Urkunden für jedes Tier beim Verkauf an einen anderen Menschen vorliegen. Die Zertificate gehen an den neuen Besitzer über, der damit beweisen kann, das das Tier ihm gehört.

   Beispiele für Brandzeichen

Rodeo  - Markierung der Rinder

Je nach Größe der Ranch werden ein oder zwei mal im Jahr die Kälber "gebrannt" , das heißt mit der Brennmarke versehen.  Dazu wird meistens schon am Vortag das Vieh aus den verschiedenen Weiden zusammengetrieben. An Morgen trennt man die Kälber von der Müttern, was meistens zu großem Protestgeschrei Anlass gibt. Anschließend werden die Kälber einzelnd durch den Cepo getrieben, dort  mit dem Körper eingeklemmt und mit dem Brandzeichen versehen.

Die Erhitzung des Eisens ist sehr wichtig. Es darf nicht zu kalt und nicht  zu heiß sein. Der richtige Grad ist, wenn sich das Eisen gerade gerötet hat.  Das Eisen wird kurz auf das Fell des Tieres gedrückt. Nur die Lederhaut darf verbrannt werden. Ist der Brand zu tief, gibt es schwere Brandwunden mit Entzündungen und Vereiterungen.

Die meisten Viehbesitzer impfen ihre weiblchen Kälber auch noch gegen die Brucelose und versehen diese Tiere nach dem impfen mit einem "V"  (vacunado) auf der Backe -siehe Foto. Erkrankt ein weibliches Tier an der Brucelose, kann es keine Kälber mehr austragen.

Die männlichen Kälber werden meistens auch noch kastriert, wenn dieses nicht schon kurz nach der Geburt geschehen ist.

Für das Vieh ist so eine Marcacion eine sehr aufregende Sache, da ihre gewohnte Tagesroutine unterbrochen wird und sie mit vielen anderen Tieren auf engstem Raum eingesperrt werden. Deshalb kann man auch nicht genau feststellen, wie hoch der Schmerz beim Brennen und beim Kastrieren ist. Einige Kälber blöken , andere wieder lassen alles ruhig über sich ergehen.

Bei vielen Ranches werden die Rinder noch mit dem Lasso gefangen und auf den Boden geworfen (siehe Bild). Diese Methode ist brutal für Mensch und Tier und  die Gefahr von brechenden Beinen bei den Kälbern ist gegeben.  Mit der fortgeschritteneren Methode, der Arbeit mit einem Cepo, ist die Aufgabe des Brennens, Impfens und Kastrierens ruhiger und gefahrloser für Tier und Mensch.

Ein wichtiger Helfer beim Rodeo und auch sonst bei der Rancharbeit, ist das Pferd. Es ist kein verwöhnter Renner, sondern ein zuverlässiger Helfer beim Treiben der Tiere, beim Tore öffnen etc. Ein gutes Arbeitspferd weiß, was es zu tun hat, wenn z.B. ein Rind aus der Herde ausbricht. Es wird fast von alleine losrennen, dem Rind den Fluchtweg verlegen und es zurück zur Herde treiben.  Ohne Pferd ist die Weidearbeit so gut wie unmöglich.

  Bildmaterial

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Zebubulle -  Brahman               Zebubulle  -  Brahman                Zebukalb

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             Erhitzen des Brenneisens        Brennen , herkömmlich        "V"-Brand bei Bruceloseimpfung

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  Cepo - Klemmeinrichtung            Cepo -  seitlich                    Vieh im Korral

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    Pferd mit Arbeitssattel                      Unser  Esel
 
 

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